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Probeneindrücke:
„Big Fish“ in Leinfelden-Echterdingen

31.05.2019 - „Big Fish“ Musical - ab Juni 2019 im Theater unter den Kuppeln in Leinfelden-Echterdingen

big fish musical leinfelden probe 13„Big Fish“, das Musical nach dem gleichnamigen Film von Tim Burton, wird als Sommer-Open-Air im Theater unter den Kuppeln in Leinfelden-Echterdingen gezeigt. Ein wunderschönes Stück und ein anspruchsvolles Projekt. Erste Probeneinblicke gab es im Mai beim Tag der offenen Tür.

„Big Fish“ - Die Geschichte des Edward Bloom

Einen märchenhaften Streifzug zwischen Wirklichkeit und Traum, zwischen Wahrheit und Erdachtem erlebt man im Musical „Big Fish“. Edward Bloom führte als Handelsvertreter ein spannendes Leben – jedenfalls wenn man die Geschichten für bare Münze nimmt, die er mit Vorliebe immer wieder erzählt. Zuhause war er nur selten, sehr zum Leidwesen seines Sohnes Will, der schon als Kind hinter all‘ den Lügenmärchen vergeblich seinen „echten“ Vater gesucht hat. Nun liegt Edward im Sterben. Sein Sohn, der selbst bald Vater wird, unternimmt einen letzten Versuch der Annäherung. Und wieder verschieben sich die Grenzen zwischen dem was war, dem was ist und dem was vielleicht so gewesen sein könnte.

Der US-amerikanische Schriftsteller Daniel Wallace schrieb den Roman „Big Fish – A Novel of Mythic Proportions“, den Regisseur Tim Burton und Drehbuchautor John August im Jahr 2003 in einen zauberhaften Kinostreifen verwandelten. Zehn Jahre später fand Edward Blooms Lebensgeschichte (oder das, was er als seine Lebensgeschichte erzählt) den Weg auf die Musicalbühne. John August zeichnet auch hier für das Buch verantwortlich, die abwechslungsreichen Melodien und die Songtexte schrieb Andrew Lippa, der u.a. auch „The Addams Family“ als Musical umsetzte. 2016 war „The Addams Family“ im Theater unter den Kuppeln zu sehen (wir berichteten). 2019 folgt nun also ein weiteres Stück dieses Komponisten.

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„Die sind richtig gut“ - Besucherstimmen im Theater unter den Kuppeln

„Die sind richtig gut“ und "Wir sind jedes Jahr hier" sind Sätze, die man beim Tag der offenen Tür immer wieder von begeisterten Besuchern hört. Bevor das Publikum erste Kostproben des Musicals „Big Fish“ zu sehen und zu hören bekommt, erfährt man von Moderator Nick Weißenhorn Interessantes über das Theater unter den Kuppeln.

Bereits seit über 50 Jahren besteht das semiprofessionelle Mehrspartenhaus. Das Repertoire reicht von Kinder- und Jugendtheater über Mundart und moderne Theaterstücke bis hin zu Musicals.

Mit einer Benefizveranstaltung - dem Schauspiel „Wilhelm Tell“ im Jahr 1963 - fing alles an. Als erstes Musical spielte und sang das Ensemble 1981 „Im Weißen Rößl“. Im Lauf der Jahre hat man sich weit über die Region hinaus einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Auf der Bühne stehen ausschließlich Mitwirkende, die das Theaterspielen „nur“ in ihrer Freizeit ausüben. Als Amateure mag man die Akteure gar nicht bezeichnen, denn so einige könnten auch auf einer Profibühne mehr als nur mithalten. Zu diesen engagierten Damen und Herren, Jungs und Mädels kommen einige nicht minder engagierte Honorarkräfte, so auch Regisseurin Julia Brückner. Wir konnten im Anschluss an die Veranstaltung spontan einige Fragen an sie richten.

Kurzinterview mit Regisseurin Julia Brückner

„Big Fish“ wurde 2016 als studentisches Abschlussprojekt der Bayerischen Theaterakademie August Everding erstmals in Europa aufgeführt.  Wieso fiel Ihre Wahl für das Open-Air-Musical 2019 im Theater unter den Kuppeln auf dieses Stück?
„Wir entscheiden jedes Jahr in einem Gremium über alle zu spielenden Stücke des nächsten Produktionsjahres, über das Kinderstück, das Schauspiel und natürlich auch über das Musical. Grundlage der Entscheidungsfindung sind ganz verschiedene Kriterien: die Spielbarkeit, die Zielgruppe, die wir erreichen möchten, die Kompatibilität der verschiedenen Bühnenbilder, das Orchester und auch unser eigener Spaß an der Erarbeitung. An „Big Fish“ hat uns neben der wundervollen Musik vor allem gereizt, dass es viele Facetten in sich vereint, die fantasievollen, leichten und flotten Geschichten genauso wie die zu Herzen gehende Rahmenhandlung.“

big fish musical leinfelden probe 01Diese Rahmenhandlung spielt in der Gegenwart, Edward Blooms Geschichten in der Vergangenheit. Im Film wird Edward Bloom auf beiden Zeitebenen von unterschiedlichen Schauspielern verkörpert, im Musical dagegen nur von einem. Sie setzen mit Ihren beiden Darstellerteams beide Versionen um. Bedeutet das für Sie einen Mehraufwand?
Mein Ziel war es, die Rollen dieses Stückes adäquat zu besetzen. Wie jedes Jahr gab es ein Casting. Ich habe mir vorher offen gehalten, für die anspruchsrolle Rolle des Edward Bloom entweder mit einen Darsteller für beide Zeitebenen zu arbeiten oder eben mit zwei Darstellern, einem jüngeren und einem älteren. Ich denke, wir haben mit beiden Besetzungen - einmal Edward alleine und einmal Edward als Team -  für uns die beste Lösung gefunden. Einen signifikanten Mehraufwand hatte ich dadurch nicht. Man redet sowieso mit allen Darstellern viel über die Figuren und ihre Konstellationen.“

Hierzulande ist „Big Fish“ eher unbekannt. Birgt das kein Risiko?
Jedes Stück birgt ein Risiko, ein unbekanntes Musical genauso wie ein allseits bekannter Klassiker, ein schnelles humorvolles Stück genauso wie ein tieftragendes. Entscheidend ist, dass wir Vertrauen in die stimmige Umsetzung und den guten Kontakt zwischen Regie, Ensemble und Gewerken haben. Außerdem ist das Theater unter den Kuppeln seit Jahren dafür bekannt, beim Musical auch neue und innovative Stoffe auszuprobieren. Unser Publikum vertraut und folgt uns dabei. Das freut uns und ist uns Bestätigung und Motivation zugleich. Alle Beteiligten geben ihr Bestes, vielleicht als Amteure sogar in ganz besonderem Ausmaß. Man darf nicht vergessen, dass die aufwendigen Proben und Aufführungen, die Arbeiten an Bühne und Kostümen und auch alles andere, was für einen funktionierenden Theaterbetrieb unerlässlich ist, immer neben Schule, Studium, Beruf und Familie stattfinden. Das erfordert nicht nur große Disziplin, sondern vor allem echte Begeisterung fürs Theater.“

Egal ob Hauptrolle, Wassernixe oder Baum: Dass alle diese Begeisterung mitbringen, wird sofort spürbar. Wir haben von der öffentichen Probe einige fotografische Eindrücke mitgebracht.

„Sei der Held deiner Geschichte“

„Sei der Held deiner Geschichte“ ist Edward Blooms Lebensmotto. In allen Erlebnissen, von denen er seinem Sohn Will berichtet, ist Edward der strahlende Mittelpunkt geradezu unglaublicher Vorgänge. Sohn Will, schon als Kind eher pragmatisch veranlagt, kann mit den wilden Phantasien nicht viel anfangen. Er wünscht sich echte Aufmerksamkeit und vor allem die Anwesenheit seines Vaters. Die Kluft scheint unüberbrückbar. In den folgenden Fotos sieht man Alexander Koch als den älteren Teil des „Team Edward“ und Till Altmann als seinen Sohn Will.

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 „Du kannst mir zeigen, wie ich sterben werde?“

Die magische Glaskugel der Hexe zeigt jenen, die einen Blick hinein wagen, nicht mehr und nicht weniger als den Moment des eigenen Todes. Wahrheit oder Lüge? Als Edward später auf den Riesen Karl trifft, fürchtet er sich als einziger nicht vor ihm. Warum auch? Die Hexe hatte ihm gezeigt, wie er sterben würde. Ein Riese war dabei nicht im Spiel. Von „Team Edward“ zeigen die Fotos den jüngeren Teil, Matthias Ahle. Leni Karrer schaut als Hexe in die Zukunft.

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Familienkonstellationen

Der erwachsene Will kann die skurrilen Stories seines Vaters längst nicht mehr hören. Er ist genervt - will aber trotzdem versuchen, das Verhältnis zu verbessern. Denn Edward ist schwer krank und hat nicht mehr lange zu leben. Wills hochschwangere Frau Josephine hingegen vermag die Poesie dieser anderen Wirklichkeit zu erkennen und lässt sich die Geschichte von der Wassernixe erzählen. Josephine versucht zwischen Vater und Sohn zu vermitteln. Sandra, Edwards Frau, ist ihm auch nach all' den Jahren immer noch in tiefer Treue und Liebe zugetan. Christian Fickert als Will, Irem Baskale als Josephine, Alexander Koch als Edward/älter und Linda Dambacher als seine Frau Sandra geben in der Probensequenz einen wunderbaren Einblick in die Familienkonstellation der Blooms.

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„Little Lamb from Alabama“

Die Tanz- und Ballettschule des Theaters unter den Kuppeln hat in der Shownummer „Little Lamb from Alabama“ ihren großen Auftritt.

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Darstellerinnen und Darsteller, die mit hohem Eigenanspruch zu Werke gehen, ein großes Live-Orchester und ein engagiertes Kreativteam ermöglichen die hohe Qualität der Musicalaufführungen im Theater unter den Kuppeln. Aber auch das Umfeld stimmt: äußerst bequeme Sitze, regensichere Überdachung des ganzen Zuschauerraums, eine herzliche Atmosphäre und freundliche Leute beim Einlass, bei der Kartenkontrolle, an der Bar und bei der Gastronomie sorgen für einen wunderbaren Musicalabend, bei dem zudem auch das Preis-Leistungs-Verhältnis passt.

Big Fish“ ist vom 15. Juni bis 10. August 2019 im Theater unter den Kuppeln in Leinfelden-Echterdingen/Stetten zu sehen. Karten gibt es auf der Webseite des Theaters.

Alle Rollen sind doppelt besetzt. Die Darstellerinnen und Darsteller spielen jeweils an abwechselnden Terminen.

Edward Bloom: Matthias Ahle/Alexander Koch, Matthias Tränkle
Will Bloom: Christian Fickert, Colin Weitmann
Will als Kind: Till Altmann, Timo Steck
Sandra Bloom: Linda Dambacher, Miriam Hernandez
Josephine Bloom: Irem Baskale, Miriam Kretschmer
Karl, der Riese: Martin Buchau, Dieter Wolf
Amos Calloway: Marcus Field, Arnim (Ernie) Schnellbaecher
Die Hexe: Leni Karrer, Giacoma Minoia
Don Price: Thomas Thibaut, Sascha Zulott
Zacky Price: Tom Funk, Luis Koch
Jenny Hill: Emily Koch, Larissa Staiger
Meerjungfrau: Amelie Brückner, Natalie Schleicher
Dr. Bennett: Burkhard Heidt, Alexander Schiller
Alabama Lambs: Amelie Brückner, Nele Buchloh, Katharina Graf, Leni Karrer, Giacoma Minoia, Aylin Mössner, Marleen Reimann, Natalie Schleicher
frustr. Fischer/Red Fang: David Kovacs, Gregor Prust
General Patterson: Alexander Konz, Günter Rottler
Pfadfinderin: Alexandra Blossey, Annika Schreyer
Waffennarr: Thomas Baumkircher, Edgar Hoch
Bürgermeisterin: Barbara Betz, Barbara Thome
Lehrerin: Karin Jörg, Judith Wolf
Farmpächterin: Nicole Graef, Gaby Schöpfer
Mädchen mit Katze: Maren Hertzberg, Leonie Richter

 

 

Text: Sylke Wohlschiess

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