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die MusicalSpot - Rezensionen

detailliert – fair - fundiert


Ein Klick auf das Menü-Icon links im blauen Balken öffnet die alphabetische (Musicals) bzw. chronologische (Konzerte) Liste, hier auf der Übersichtsseite geht’s los mit der neuesten Rezension:

 

Auf ins Gefecht:
Rezension "The Pirate Queen" in Leinfelden

Eine Frau an Bord, noch dazu als Kapitän? Die Mannen des irischen O’Malley Clans sind alles andere als erbaut. Auch Lord Bingham berichtet fassungslos an die englische Queen: "Der Führer dieser Anarchie ist eine Sie". So einig sich Freund und Feind in ihrer Aversion gegen selbstständige, kämpferische Frauen sind, so unbeirrbar geht Grace O’Malley ihren Weg. Durch ihren Mut und ihre Entschlossenheit überwindet sie alle Vorurteile und führt ihr Volk aus der Umklammerung der englischen Besatzungsmacht.

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Leinen los:
Rezension "Titanic" in Bad Hersfeld

"Irgendeiner sollte das mal ins Logbuch eintragen." Gegen 23.40 Uhr am 4. April 1912 überlegen die Offiziere an Bord der Titanic, ob die kleine Kollision mit einem Eisberg überhaupt ein nennenswertes Ereignis war. Zwei Stunden und 40 Minuten später sinkt der Luxusdampfer auf den Grund des Nordatlantiks und reißt 1.514 Menschen in einen eisigen Tod. Ein medienwirksamer Geschwindigkeitsrekord auf der Route von Southampton nach New York sollte die Titanic zur Legende machen. Die Reise endet als eine der größten Katastrophen der Seefahrt.

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Königsträume:
Rezension "Ludwig²" in Füssen

Ein Schuss zerreißt die nächtliche Stille. Eine helfend ausgestreckte Hand greift ins Leere. Gleich darauf ein zweiter Schuss. Dann legt sich ewiges Schweigen über den See.

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Medicus 2.0 – Die Reise geht weiter:
Rezension "Der Medicus" in Fulda

Kann ein Musical, das bei seiner Uraufführung auf ganzer Linie begeistert hat, durch Änderungen überhaupt gewinnen?

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Liebesgeschichte und Thriller:
Rezension "Ghost" in Linz

Ein junges Liebespaar, das durch einen tödlichen Schuss auseinander gerissen wird, ein ehrgeiziger Banker, der auf der Jagd nach dem ganz großen Geld auf Abwege gerät und mittendrin eine reichlich durchgeknallte angebliche Spiritistin, die zu Tode erschrickt, als sie eines Tages tatsächlich eine Stimme aus dem Jenseits hört.

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Zauberhaft:
Rezension "Schikaneder" in Wien

Er führte ein Leben am Theater und fürs Theater. Er war Schauspieler und Sänger, Regisseur und Theaterdirektor. Seine Inszenierungen waren revolutionär, mit spektakulären Bühnenbildern und Effekten. Heute ist der Librettist von Mozarts „Zauberflöte“ den meisten kaum noch bekannt, dabei war Emanuel Schikaneder eine schillernde Persönlichkeit, sein privates Auf und Ab fast noch turbulenter als die Komödien und Tragödien auf der Bühne. Ohne seinen Enthusiasmus und seinen Wagemut wäre Mozarts letzte Oper womöglich niemals aufgeführt worden.

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Hass, Rache, Liebe:
Rezension "Shylock!" in Pforzheim

Das muss man sich mal vorstellen: Da nimmt jemand einen Kredit auf, kann das Geld nicht zurückzahlen und schon zückt der Gläubiger das Messer, um vertragsgemäß ein Pfund Fleisch aus der Brust des Schuldners zu schneiden.

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Es ist Dichtung:
Rezension "Goethe! - Auf Liebe und Tod" in Essen

 "Es ist mehr als die Wahrheit. Es ist Dichtung." So beantwortet Lotte die Frage nach dem Wahrheitsgehalt des Manuskripts, das sie dem Verleger soeben überreicht hat. Der Satz ist Programm. "Goethe! – Auf Liebe und Tod" ist keine bloße Biographie des großen Dichters und Denkers, sondern als Blick zurück in dessen Jugendjahre eine voll und ganz gelungene Symbiose aus historischen Tatsachen und Phantasie.

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Rezension Solo-CD
"Midlife" -
Thomas Borchert

cd midlife thomas borchertErscheinungsjahr: 2017
Spieldauer: 44 Minuten

Thomas Borcherts künstlerisches Schaffen endet nicht an den Grenzen des Musicalgenres. Seit vielen Jahren ist er ebenso erfolgreich als Schauspieler, Pianist und Songwriter. Wer ihn einmal in Alessandro Bariccos großartigem Theatermonolog "Novecento – Die Legende vom Ozeanpianisten" erlebt hat, der weiß, wie nachhaltig Thomas Borcherts Schau- und Klavierspiel bewegen und beeindrucken kann.

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Bekannter Stoff, neues Musical:
Rezension "Barricade", Tourproduktion

Victor Hugo gilt als einer der größten französischen Schriftsteller. Im Jahr 1862 erschien sein Roman "Les Misérables" (dt.: "Die Elenden"), der in die ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher aufgenommen wurde. Kulturschaffende aus aller Welt haben sich mit dieser Originalvorlage auseinandergesetzt, es gibt Animations- und Spielfilme, Comics, Sprechtheater und – natürlich – das gleichnamige Musical des Kreativteams Schönberg/Boublil. Nun kommt zu den unzähligen Werken, die sich mit "Les Misérables" befassen, ein neues Musical hinzu: "Barricade".

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Eindringlich, ergreifend, empfehlenswert:
Rezension "Jesus Christ Superstar" in Wien

“Hosanna Heysanna Sanna Sanna Ho...” – voller Euphorie wimmeln die Anhänger Jesu‘ in farbenfrohen, kurzen Hosen und bunten Turnschuhen um ihren charismatischen, in strahlendes Weiß gekleideten Anführer. Vom ersten Moment an nimmt das energiegeladen auftretende Ensemble das Publikum im Ronacher mit auf die Reise durch die letzten sieben Tage im Leben Jesu‘ Christi, lassen die brillanten Hauptdarsteller Drew Sarich als Jesus und Sasha Di Capri als Judas das gesamte Konfliktpotential ihrer Beziehung miterleben.

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Schicksalhafte Liebe:
Rezension "Die Brücken am Fluss" in Trier

Ihre Träume sind längst dem eintönigen Alltag einer Farmersfrau im amerikanischen Mittelwesten zum Opfer gefallen. Er dagegen zieht als einsamer Abenteurer mit seiner Kamera um die Welt. An den Brücken im Madison County führt das Schicksal sie zusammen.

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Musik pur:
Konzert - Rezension "Milestones" in Filderstadt

Endlich: Das Licht geht aus, die ersten Töne erklingen. Nach und nach betreten die Akteure die Bühne. Von der ersten Sekunde an fühlt man diese besondere Stimmung. Unbeschreiblich der Moment, wenn die Atmosphäre knisternder Vorfreude übergeht in dieses kaum in Worte zu fassende "Es-geht-los-Gefühl". Was man von Stadionkonzerten großer Rockbands kennt, gilt auch für "Milestones". In der Filharmonie Filderstadt nehmen Jan Ammann, Volkan Baydar, Andreas Bieber, Mark Seibert und die Band um Mario Stork das Publikum mit auf einen energiegeladenen Trip durch sechs Jahrzehnte Popmusik.

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Zur Solo-CD
"True Love" - Janet Chvatal und Marc Gremm

cd true loveErscheinungsjahr: 2008
Spieldauer: 56 Minuten

Hinter der CD "True Love" steht ein außergewöhnliches Projekt: Für die Lieder auf dieser CD wurden musikalische Paten gefunden, die einen Titel auswählten und einem Menschen widmeten, der ihnen ganz besonders am Herzen liegt.

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Ewige Verführung:
Rezension "Tanz der Vampire" in Stuttgart

Herbert will Alfred. Alfred will Sarah. Sarah will Alfred auch – aber nur bis der Graf auftaucht, der natürlich ungleich faszinierender ist als der "patente, dezente, resistente Assistent" des trotteligen Vampirjägers Professor Abronsius. So treulos wie Sarah ist das Stuttgarter Publikum keineswegs, nach wie vor liebt es die Vampire, die nach der Deutschen Erstaufführung im Jahr 2000 und der Wiederaufnahme 2010 nun erneut im Stuttgarter Stage Palladium Theater ihr Unwesen treiben. Vielleicht sind sie heuer sogar besonders ausgelassen, gibt es doch zwei Jubiläen zu feiern:

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Einer für alle: Konzert - Rezension "Musical Gentlemen" in Heidenheim

"Einer für alle, das ist auch unser Motto hinter der Bühne", grinst Stefan Tolnai fröhlich ins Publikum. Zustimmendes Nicken der übrigen Gentlemen. Auch das Publikum spürt, dass hier kein gecastetes Grüppchen auf der Bühne steht, sondern vier Kumpels, die Spaß daran haben, gemeinsam zu singen.

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Fabelhafte Fantasiereise:
Rezension "Big Fish" in Heilbronn

"Eine Hexe hat mir vorhergesagt, wie ich sterben würde. So würde es nicht passieren. Warum also hätte ich vor dem Riesen Angst haben sollen?"

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Rezension Solo-CD
"The Private Session" -
Brigitte Oelke

cd oelkeprivatesessions 01Erscheinungsjahr: 2015
Spieldauer: 49 Minuten

Wenn sich der Klang einer brillanten Stimme mit dem Klang von Akustikinstrumenten verbindet, entsteht "ungestört" durch elektronische Verstärkung oftmals ein ganz neues Hörerlebnis. So auch bei Brigitte Oelkes Solo-CD "The Private Session – Musicals Vol. 1".

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Trügerische Traumwelt:
Rezension "Sunset Boulevard" in Dortmund

Die Tür zum Sunset Boulevard Nr. 10086 öffnet sich derzeit am Theater Dortmund. Gil Mehmert inszenierte Andrew Lloyd Webbers 1993 uraufgeführtes Musical "Sunset Boulevard" bereits 2011 in Bad Hersfeld und bringt nun eine für Dortmund überarbeitete Fassung auf die Bühne.

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Charme und Stimme:
Konzert - Rezension "Auf ein Wort" - Enrico De Pieri in Hamburg

„Wir fangen einfach an und reden später, dann sind wir nicht mehr so nervös“. Gesagt, getanzt. Schritt- und stimmstark legt Enrico De Pieri mit Rihannas „Don’t stop the Music“ los und hat das Publikum damit vom ersten Moment an auf seiner Seite. Die Wahl dieses Openers lässt es schon erahnen: „Euch erwartet ein wildes Programm.“ So reihen sich auf der Setlist ganz unterschiedliche Songs aneinander: Solche, die Enrico De Pieri „im Auto mitgröhlt“ neben anderen, die er schon gesungen hat und denen, die er „immer schon singen wollte, aber nicht durfte“.

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Große Gefühle:
Rezension "Das Wunder von Bern" in Hamburg

4. Juli 1954: Ob Fußballfan oder nicht, die vor Begeisterung überschnappende Stimme des Radiokommentators Herbert Zimmermann hat man bis heute im Ohr. Die Deutschen spielen erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder mit um die Krone des Weltfußballs. Der Sieg ist nicht nur ein völlig unerwarteter sportlicher Erfolg, sondern wird zum positiven Signal für eine Nation, die sich nach den Kriegsjahren ihrer Verantwortung und der Zukunft stellt.

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Rezension Solo-CD
"Musical" -
Nico Müller

cd muellermusical 01Erscheinungsjahr: 2016
Spieldauer: 49 Minuten

Gründungsmitglied der Crossover-Formation "Adoro", Teil der "Musical Gentlemen", Opern- und examinierter Konzertsänger, Gesangspädagoge - die Liste von Nico Müllers musikalischen Aktivitäten ist lang, die Liebe zur Musik offensichtlich. Und doch gab es da noch ein ganz besonderes Herzensprojekt, das Nico Müller schon lange verwirklichen wollte: eine Solo-CD ausschließlich mit Liedern aus dem Musicalbereich. "Nico Müller – Musical" ist denn auch der schnörkellose Titel seiner CD, die eine ausgesprochen gelungene Auswahl aus diesem vielseitigen Genre präsentiert.

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Lohnenswerte Seereise:
Rezension "Die Schatzinsel" in Hameln

Finstere Piraten, eine geheimnisvolle Karte und die gefährliche Suche nach einem verschollenen Schatz – das allein verspricht schon gute Unterhaltung. Dennis Martins Musical „Die Schatzinsel“ ist jedoch weit mehr als nur eine Seeräubergeschichte. Durch die Verflechtung des Schatzinsel-Abenteuerromans mit der Biographie des Autors Robert Louis Stevenson entsteht eine zweite Handlungsebene und dadurch eine ausgesprochen spannende Dramaturgie.

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Intensiv und authentisch:
Rezension "The last five Years" in Frankfurt

Ein junger Autor, eine junge Schauspielerin – sie lernen sich kennen, verlieben sich, gehen eine Beziehung ein. Doch statt plangemäß für die Ewigkeit hält die Liebe nur fünf Jahre. Im ersten Moment klingt das weder neu noch aufregend. Was „The last five Years“ so außergewöhnlich macht, ist die gegenläufige Erzählweise: Während wir mit Cathy ihre Beziehung im Rückblick erleben, nimmt Jamie uns mit zum Ausgangspunkt und erzählt chronologisch.

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Dies ist mein Weg:
Rezension „Der Medicus“ in Fulda

Regen in London und sengende Sonne über der Wüste. Orientalische Tänze und jüdische Gebete. Eine tödliche Seuche und ausschweifende Feste. Ein Christ, der vorgibt, Jude zu sein, um bei einem muslimischen Gelehrten Medizin studieren zu können: In der Musical-Uraufführung „Der Medicus“ fügt sich diese bunte Bilderflut zu einer faszinierenden Reise durch Orient und Okzident.

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Flotte Sohle unter freiem Himmel:
Rezension "Saturday Night Fever" in Tecklenburg

Ein gestählter Körper. Waschbrettbauch. Alexander Klaws nur in Boxershorts und die Damen im Publikum schmelzen dahin. Ulrich Wiggers’ Neuinszenierung von "Saturday Night Fever" auf der Freilichtbühne Tecklenburg hat viel fürs Auge zu bieten – damit ist aber nicht nur der Hauptdarsteller gemeint, sondern vor allem auch die neue Choreografie von Hakan T. Aslan. Generell ist bei der Show mit den zeitlosen Hits der Bee Gees nichts mehr wie es einmal war. Das Kreativteam hat die Story aus den 1970er Jahren ins Jahr 2016 transferiert. Und das ist größtenteils sehr gut gelungen.

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Nachts im Schloss:
Rezension „Jekyll & Hyde“ in Zwingenberg

Wenn es Nacht wird auf Schloss Zwingenberg, schleicht Mr. Hyde durch dunkle Gänge, auf der Suche nach seinen Opfern, bereit mit bloßen Händen zu töten. Dann gewinnt nach einem eher zähen Anlauf Anja Kühnholds Inszenierung des Wildhorn-Musicals „Jekyll & Hyde“ an Fahrt.

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Rezension Cast-CD
„Der Medicus"

cd der medicusStudio-Cast-CD: „Der Medicus"
Erscheinungsjahr: 2016
Spieldauer: 69 Minuten

Schon kurz bevor am 17. Juni 2016 die Weltpremiere von „Der Medicus“ über die Bühne des Fuldaer Schlosstheaters ging, war die Studio-Cast-CD des neuen Musicals von Dennis Martin (Musik und Text; zusätzliche Musik: Marian Lux; zusätzliche Texte: Christoph Jilo und Wolfgang Adenberg) zu haben. Nun hat Spotlight-Musicals eine auf 19 Nummern erweiterte Version nachgereicht, in der auch so wichtige Stücke wie „Mein Weg“ oder „Nimm die Last von meinen Schultern“ enthalten sind. Somit ist der einzige wirklich ins Gewicht fallende Kritikpunkt ausgeräumt und man darf mit Fug und Recht behaupten, dass diese CD ins Regal eines jeden Musicalfreundes gehört.

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Blumenkinder auf der Burg:
Rezension „Hair“ in Klingenberg

Längst hat das im Jahr 1968 uraufgeführte Musical von Galt MacDermot (Musik), Gerome Ragni und James Rado (Libretto) Kultstatus erreicht. „Hair“ geht eigentlich immer. Zumal an einem lauen Sommerabend in der fantastischen Kulisse einer Burgruine. Am Ambiente kann es also nicht liegen, wenn auf der Clingenburg der Spirit des Wassermann-Zeitalters nicht so richtig ankommen will.

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Rockende Sage auf der Burg:
Rezension "Artus - Excalibur" in Tecklenburg

Nebelschwaden wabern durch die Tecklenburger Burgruine, keltische Klänge erfüllen das Gemäuer, Kämpfer dringen durch die Tore der Burg und schlagen mit Schwertern und Knüppeln aufeinander ein. Solche Szenen dürfte es selbst im Mittelalter auf der Tecklenburger Burg, die einst zur Kontrolle eines wichtigen Handelswegs errichtet wurde, nicht gegeben haben. Nun aber bietet die Ruine den perfekten Handlungsort für das Musical "Artus - Excalibur" von Frank Wildhorn und Ivan Menchell.

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Träume aus Licht:
Rezension „Sunset Boulevard“ in Ettlingen

Ein toter Schimpanse, der betrauert wird, als wäre das eigene Kind gestorben. Längst vergessene Stummfilme flimmern über die Leinwand und ein wortkarger Butler schreitet auf leisen Sohlen durch die Gänge. Ziemlich unheimlich scheint die Stimmung in der alten Villa, dabei ist es eigentlich ganz einfach:

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Was geschah nach Jesu‘ Tod?
Rezension „Maria Magdalena“ in Hallenberg

Dezember 1945, Nag Hammadi: Ein schwarzer Mercedes fährt an einer Ausgrabungsstätte vor. Weiß gekleidete Arbeiter graben unter der heißen Sonne Ägyptens. Ein irdenes Gefäß wird gefunden, uralte Papyrusrollen darin. Ungläubiges Staunen, als der Gelehrte daraus vorliest: „Und die Gefährtin des Erlösers ist Maria Magdalena. Er liebte sie mehr als alle Jünger und küsste sie oft auf den…“. Just im Moment, als der Text abbricht, geht die Rahmenhandlung nahtlos, fast wie eine filmische Überblendung, in die eigentliche Geschichte über.

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Fantasie verleiht Flügel:
Rezension „Peter Pan“ in Klingenberg

Tinker Bell braucht Peter Pan gar nicht vorzustellen. „Ich hab‘ den schon ganz oft gesehen“. „Ich auch, ich auch“. Die kleinen Besucher sind vor Aufregung ganz aus dem Häuschen und vom ersten Moment an voll dabei. „Peter Pan“, das neue Familienmusical von Franck Thomczyk (Libretto) und Larissa Schories (Musik), das bei den Clingenburg Festspielen seine Uraufführung feiert, kann man aber auch als Erwachsener mit viel Freude anschauen.

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Mehr von jedem Stern:
Rezension „Lotte“ in Wetzlar

„Kann ich denn nicht beide lieben? Wenn sie mir nur beide blieben“ klagt Lotte kurz vor dem tragischen Ende der Dreiecksbeziehung zwischen ihr, Albert und Werther. Durch ihre Unentschlossenheit lädt Lotte Schuld auf sich - und das im Vergleich zur Romanvorlage veränderte Ende des Musicals „Lotte“ kann im Hinblick darauf schlüssig interpretiert werden.

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Morbider Charme:
Rezension „The Addams Family“ in Leinfelden

„Definiere normal“ fordert Grandma. Gar nicht so leicht und oft nur eine Frage des Standpunktes. Denn „was für die Spinne völlig normal ist, ist für die Fliege eine Katastrophe“.

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Ich bedaure nichts:
Rezension "Piaf" in Stuttgart

„Non, je ne regrette rien“, so singt Edith Piaf 1960, als sie bereits von einem unheilbaren Krebsleiden gezeichnet ist. Dabei hätte es in einem Leben mit unzähligen Männergeschichten und Drogenskandalen für eine weniger starke Persönlichkeit vielleicht doch das eine oder andere zu bedauern gegeben. Nicht so die Piaf.

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Dramatische Verwicklungen im Mietshaus:
Rezension „Street Scene“ in Pforzheim

Es dauert eine Weile, bis man das Beziehungsgeflecht der zahlreichen Personen durchschaut, die sich auf der Pforzheimer „Street Scene“ ein Stelldichein geben. Denn da tummeln sich außer den Mitgliedern der sechs Familien, die im Mietshaus in einem ärmlichen New Yorker Stadtviertel leben, noch weitere Hausbewohner, Freunde, zufällig vorbeikommende Passanten und sehnsüchtig erwartete Besucher.

street scene pforzheim 06Das Alltagsleben in dieser ziemlich tristen Umgebung thematisiert „Street Scene“ auf Basis von Elmer Rice’s gleichnamigem Schauspiel aus dem Jahre 1929. Die Uraufführung mit den Liedtexten von Langston Hughes und der Musik von Kurt Weill fand erst 1947 in New York statt. Weill, der 1935 auf der Flucht vor den Nazis in die USA emigrierte, wollte eine neue Form des eigenständigen amerikanischen Musiktheaters schaffen. So kombiniert „Street Scene“, heute noch als „amerikanische Oper“ auf den Spielplänen geführt, Elemente der europäischen Oper mit Anklängen an Broadway-Musical und Operette.

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Klassiker gelungen inszeniert:
Rezension „West Side Story“ in Pforzheim

Nicht wie bei Shakespeare Romeo und Julia, sondern Tony und Maria heißen die Liebenden in der „West Side Story“. Statt rivalisierender Familien im Verona des späten 16. Jahrhunderts tragen im Musical von Leonard Bernstein (Musik), Stephen Sondheim (Liedtexte) und Arthur Laurents (Buch) verfeindete Jugendbanden im New York der 1950er-Jahre die Verantwortung für die dramatischen Verwicklungen, die zur Tragödie führen.

westsidestory pforzheim 05Uraufgeführt 1957 im New Yorker Winter Garden, hat die „West Side Story“ weltweit ihren festen Platz auf den Spielplänen inne. Im Theater Pforzheim inszeniert Intendant Thomas Münstermann eine Fassung, die vor allem im Zusammenspiel von Guido Markowitz‘ sensibel modernisierter Choreographie mit der natürlichen Darstellkunst eines jungen, bis in die kleinsten Rollen typ- und altersgerecht besetzten Ensembles überzeugt.

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Musiktheater par excellence:
Rezension „Jesus Christ Superstar“ Tour / München

Die großen Themen der Menschheit verlieren niemals an Eindringlichkeit. Als die „größte Geschichte, die je erzählt wurde“ bezeichnen Komponist Andrew Lloyd Webber und Autor Tim Rice die biblische Darstellung des Lebens- und Leidenswegs Christi, dessen letzte sieben Tage sie in ihrem Musical „Jesus Christ Superstar“ aus Judas‘ Sicht erzählen. In unzähligen Spielstätten stand die komplett durchkomponierte Rockoper seit ihrer Uraufführung 1971 auf dem Programm, unzählige Besucher haben die unterschiedlichsten Umsetzungen erlebt.

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BB Promotion präsentiert die offiziell autorisierte Neuinszenierung von Produzent Bill Kenwright und Regisseur Bob Tomson in Deutschland, als bisher letzter Tourstation am Deutschen Theater in München. Wer kann, sollte sich noch ganz schnell auf den Weg machen, denn was man dort erlebt, ist Musiktheater par excellence.

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Rezension Cast-CD:
„Moulin Rouge Story" 

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Erscheinungsjahr: 2015
Spieldauer: 82 Minuten


Langbeinige Tänzerinnen wirbeln auf der Bühne, manch einer erhascht einen schnellen Blick unter die hoch fliegenden Röcke. Distinguierte Herren, edle Zigarettenspitzen in elegant behandschuhten Damenhänden, ein bisschen Geheimnis, ein Hauch Verruchtheit. Schon mit den ersten Takten von „Komm ins Moulin Rouge“ führen Marc Schubring (Musik) und Wolfgang Adenberg (Libretto) mit der Studio-Gesamtaufnahme ihrer „Moulin Rouge Story“ den Zuhörer direkt in die champagner- und rauchgeschwängerte Atmosphäre des Moulin Rouge im ausgehenden 19. Jahrhundert.

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Rezension Cast-CD:
„Tommy" 

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Erscheinungsjahr: 2015
Spieldauer: 105 Minuten (Doppel-CD)


Harmloses Entertainment ist es beileibe nicht, was „The Who“-Mann Pete Townshend, seine Bandkollegen Keith Moon und John Entwistle sowie Librettist Des McAnuff konzipiert haben:

Der kleine Tommy wird Augenzeuge, als sein unerwartet aus dem Krieg heimkehrender Vater den neuen Freund der Mutter tötet. Schwer traumatisiert zieht sich Tommy in sein Innerstes zurück, hört auf zu sprechen, wehrt sich nicht gegen Übergriffe von Onkel und Cousin und lässt die skurrilsten Heilungsversuche widerspruchslos über sich ergehen. Der Weg zurück in die Normalität ist lang.

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Schicksalsmomente:
Rezension „Fate & Failure“ in Ettlingen

Das Schicksal. In welchem Maß kann man es beeinflussen? Und an welchem Punkt endet die Macht der eigenen Entscheidungen? Diese Fragen lässt Autor und Komponist Johannes Günther die Personen in seinem Musical „Fate & Failure“ durchleben. Mit einem Ensemble fast ausschließlich aus Laien und semiprofessionellen Darstellern bringt Günther eine dramatische Geschichte auf die Bühne der Ettlinger Stadthalle.

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Im Jahr 1835 lebt Jonathan mit seinen Freunden Megan und Andrew in einem Londoner Waisenhaus. Er wird von einem wohlhabenden Ehepaar adoptiert, das um seinetwillen den leiblichen Sohn Cedric vernachlässigt.

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Tenöre hoch drei:
Konzert - Rezension "Spürbar" in Pforzheim

Eine Schattengestalt, vage sichtbar an hellen Haaren, schreitet von der Bühne, vorbei an der dort errichteten Zuschauerempore, die Stufen zum abgedeckten Orchestergraben hinunter. Kaum einen Meter vom Publikum entfernt sind dort die Instrumente aufgebaut, an denen Rainer Kunert (Schlagzeug) und Heike Rügert (Holzblasinstrumente) Platz nehmen. Stefan Große-Karthöfer greift zur Gitarre, Klaus Dusek zum Bass, der Musikalische Leiter Guido Löflad schlägt auf dem Klavier die ersten, langsamen Take von "Paradise Café" an. Eine Kerze ist erkennbar, ein Feuerzeug blitzt auf, plötzlich erhellt sich der Saal und Chris Murray, Andrea M. Pagani und Friedrich Rau stehen im Scheinwerferlicht.

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Dieser gelungene Einfall der Lichtregie eröffnet das "Spürbar"-Konzert der drei Tenöre im Theater Pforzheim. Alle Solisten stehen aktuell in den Musicalproduktionen des Hauses auf der Bühne. Doch statt "Chess", "Tommy" und "Dracula" zeigen Pagani, Rau und Murray bei diesem Konzert ganz andere Seiten ihres Repertoires. Das breit gefächerte Programm besteht fast durchweg aus Musical-, Rock- und Popsongs mit inhaltlichem Anspruch, teils weltbekannt, teils eher den musicalerfahrenen Gästen ein Begriff. Die lockere, natürliche Moderation gleicht einem Gespräch unter Freunden. Alle Künstler bringen ihre ureigene Persönlichkeit ein und schaffen so einen roten Faden, der die schillernde Songauswahl zu einer Einheit verbindet.

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Ganz großes Kino:
Rezension „Ghost" in Frankfurt

„Dito" sagt Sam. Und treibt Molly damit schier zur Verzweiflung. Denn obwohl sie weiß, wie sehr er sie liebt, ersehnt sie die drei kleinen Worte, die Sam einfach nicht über die Lippen bringt. Letztlich aber wird das Wörtchen „dito" zu einer Liebeserklärung, die ergreifender kaum sein könnte.

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„Ghost – The Musical" von Glen Ballard und Dave Stewart (Musik und Texte) sowie Bruce Joel Rubin (Buch und Texte) wurde 2011 in Manchester uraufgeführt und fand alsbald den Weg ins Londoner West End. Die variantenreiche Musik ist szenisch passend gewählt und reicht von Uptempo-Songs über Balladen bis hin zu Gospel und Soul.

Die Handlung folgt dem gleichnamigen Kinostreifen aus dem Jahre 1990, der mit Whoopi Goldberg, Demi Moore und dem viel zu früh verstorbenen Patrick Swayze in den Hauptrollen zum oskargekrönten Kultfilm avancierte, den vermutlich jeder kennt:

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Schwarz-Weiß:
Rezension „Chess" in Pforzheim

Es ist die Zeit des Kalten Krieges. Kapitalismus und Kommunismus, Ost und West prallen aufeinander. Die „Chess"-Autoren - bestens bekannt als musikalische Köpfe der schwedischen Kultband Abba - Benny Andersson (Musik) und Björn Ulvaeus (Musik und Liedtexte), sowie Tim Rice (Buch und Liedtexte), lassen den weltpolitischen Konflikt auf dem Schachbrett weiterbrodeln:

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Bei der Schachweltmeisterschaft in Meran will der US-Amerikaner Frederick Trumper seinen Titel gegen den Russen Anatoly Sergievsky verteidigen. Trumper provoziert einen Eklat. Seine Freundin, die Exilungarin Florence Vassy, verliebt sich bei einem Vermittlungsversuch in Sergievsky. Dieser gewinnt das Match und verlässt ihr zuliebe seine Heimat, um künftig für die USA anzutreten. Trumper arbeitet fortan als Kommentator. Ein Jahr später treffen bei der Weltmeisterschaft in Bangkok alle wieder aufeinander.

Genauso schwarz-weiß wie die Schachfiguren zeichnet Regisseur Wolf Widder die Kontrahenten Trumper und Sergievsky, da kommt kein Vorurteil zu kurz.

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Solide Unterhaltung:
Rezension „My fair Lady" in Pforzheim

Spaniens Blüten gehören eindeutig zur Gattung Immergrün. Dabei hat George Bernard Shaw, Autor des zugrunde liegenden Theaterstücks „Pygmalion", die Genehmigung für die musikalische Umsetzung zu Lebzeiten verweigert – die erteilten erst seine Erben. Und das war offensichtlich die richtige Entscheidung. Denn nach der New Yorker Uraufführung von „My fair Lady" im März 1956 folgten knapp 3.000 Vorstellungen am Broadway, ab 1958 gab es auch im Londoner West End über 2.000 Mal „My fair Lady". Die Deutschlandpremiere fand 1961 in Berlin statt – und seither steht das „Musical Play" von Frederick Loewe (Musik) und Alan J. Lerner (Buch) landauf landab regelmäßig auf den Theaterspielplänen.

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Im Stadttheater Pforzheim gibt Jon Geoffrey Goldsworthy einen unglaublich überheblichen Phonetik-Professor Henry Higgins, der dem Blumenmädchen Eliza Doolittle die gepflegte Sprache der feinen Gesellschaft beibringen will. Nicht etwa aus Nächstenliebe, sondern schlicht und ergreifend aufgrund einer Wette mit seinem Freund Colonel Paul Pickering.

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Rezension Cast-CD:
„Chicago" 

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Erscheinungsjahr: 2015
Spieldauer: 78 Minuten


Eng verwoben sind im nahezu durchkomponierten Musical „Chicago" die Handlung (Buch und Liedtexte: Fred Ebb), die Musik von John Kander und Bob Fosses Original-Choreographie, die als eigenständiger Tanzstil weltbekannt ist. Damit auch ohne optische Komponente die rauchige Jazzclub-Atmosphäre entstehen kann, braucht es Sänger, die allein durch ihre stimmliche Ausdruckskraft Emotionen vermitteln.

Dies gelingt Lana Gordon bestens. Ihre soulige Stimme klingt verrucht bei „All that Jazz" und kindlich-unschuldig, wenn sie als Velma Kelly ihrem Anwalt vorspielt, wie es „Mit Velma vor Gericht" laufen soll. Komödiantisches Talent beweist sie beim Nachäffen ihrer Knastschwester Roxie und förmlich vor sich sieht man den Schwestern-Doppelakt bei „Leider geht's nicht allein". Leider hapert es gewaltig mit der Textverständlichkeit.

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Ein Hoch auf die Kaiserin:
Rezension „Elisabeth" in Essen

Immerzu ist sie auf Reisen, die schöne Kaiserin. Nach einem längeren Aufenthalt im heimatlichen Wien und einem Zwischenstopp im fernen China führt ihr Weg nun wieder durch Deutschland. Im Essener Colosseum, 2001 Ort der deutschen Erstaufführung, nimmt „Elisabeth" samt Tod und Hofstaat zuerst Quartier.

elisabeth151992 feierte das Werk von Sylvester Levay (Musik) und Michael Kunze (Libretto) in Wien Weltpremiere, zunächst kritisch beäugt, ja geschmäht. Inzwischen haben weltweit über 10 Millionen Zuschauer „Elisabeth" gesehen. Weitab vom süßlichen Sis(s)i-Kitsch zeichnet das Musical ein düster-realistisches Portrait der österreichischen Kaiserin, die dem Frauenbild ihrer Zeit weder als junges Mädchen noch als reife Frau entsprach. Hochintelligent und freiheitsliebend, aber auch zeitlebens unglücklich, rastlos und von Todessehnsucht erfüllt, zeigt das Musical Facetten einer Jahrhundertgestalt, die zum Mythos wurde.

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Hormone hoch vier:
Rezension „Heiße Zeiten" in Stuttgart

Der Flug nach New York hat Verspätung, am Gate kommen vier Damen ins Gespräch. Vom Typus her alle ganz unterschiedlich, eint sie doch eines: Sie befinden sich mitten in oder kurz vor den Wechseljahren. Dass Harndrang, Hormonstörungen und Hitzewallungen am besten mit viel Humor Paroli geboten werden sollte, weiß man(n) und vor allem Frau, wenn die „Heißen Zeiten" durchlacht sind. In Kooperation mit der Konzertdirektion Landgraf zeigen die Schauspielbühnen in Stuttgart Katja Wolffs Inszenierung von Tilmann von Blombergs „musikalischem Hormonical".

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Fröhliches Hitfeuerwerk:
Rezension "Silvestergala" in Füssen

„I wanna be a part of it – Silvester in Füssen". Mit dieser allgäuischen Textvariante zu „New York, New York" gewinnen Janet Chvatal und Marc Gremm sofort die ungeteilte Sympathie der 1.400 Gäste in ihrem „erweiterten Wohnzimmer". Gemeinsam mit den Füssener Künstlern auf der Bühne des ausverkauften Festspielhauses stehen Claudia Agar, David-Michael Johnson, Kevin Tarte und die fünf Musiker der musicalpeople-Band. Mit ansteckender Fröhlichkeit präsentierte schwungvolle Songs und ein gewohnt hohes musikalisches Niveau machen die Silvestergala 2014 zu einem rundum gelungenen Jahresausklang.

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Vor der Projektion eines rot gepolsterten Opernhauses interpretiert Kevin Tarte stimmstark wie immer nicht nur aus seiner Paraderolle des Grafen von Krolock die „Unstillbare Gier" (ja, er hat auch an die Vampirzähne gedacht), sondern ebenso den „letzten Tanz" und den besonderen Moment des Dr. Jekyll.

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Rezension Solo-CD
"Two Souls" -
Hannes Staffler

stafflertwosouls01Erscheinungsjahr: 2013
Spieldauer: 45 Minuten

Musicals oder Rock, Hannes Staffler ist seit Jahren in beiden Bereichen unterwegs. So stehen auf seiner ersten Solo-CD „Two Souls" auch beide Stilrichtungen gleichberechtigt nebeneinander. Im Booklet wird das mit unterschiedlichen Fotos des Künstlers visualisiert: Für Musical steht der elegante Anzug, für Rockmusik die ärmellose Weste, Tattoos und Lederarmband.

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Musik verbindet Menschen:
Konzert - Rezension „Musical meets Rock“ in Stuttgart

Die üblichen Kirchenklänge waren es nicht, die am 29.11.2014 durch die Michaelskirche in Stuttgart-Degerloch schallten. Da klatschen zwei Zehnjährige begeistert zu Queen, eine grauhaarige Dame lauscht offensichtlich verzückt dem Stones-Klassiker „Angie“ und so einige Besucher um die 50 singen fröhlich mit bei „Ein graues Haar“ von Pur. Mit der hervorragend zusammengestellten Mischung aus rockigen Musicalsongs und melodiösen Rocksongs gelingt Hannes Staffler und seinen Gastsängern Linda Konrad, Carl van Wegberg und Daniele Nonnis etwas, das in einer Kirche immer Ziel ist: die Menschen zu verbinden.

Das Konzert folgt dem Aufbau von Stafflers Solo-CD „Two Souls“: zuerst Musical, dann Rock. Sehr strukturiert werden mehrere Lieder aus einem Musical en bloc gebracht, zudem umreißen kurze Moderationen die Thematik von Werken wie „Rent“, damit auch weniger musicalerfahrene Besucher die Lieder in den Kontext des Stückes einordnen können. Den fließenden Übergang zum Rockpart schafft das Medley aus „We will rock you“. In diesem zweiten Teil des Abends geht es von Andreas Gabalier über Pink, hin zu den Stones, Bruce Springsteen und Bon Jovi. Die Auswahl aus dem breiten Spektrum der Rockmusik bleibt dem Rahmen stets angemessen, auf zu heftige Drumbeats und zu harte Riffs wird zugunsten von wunderbar arrangierten Akustikversionen und eingängigen Balladen verzichtet.

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Mordlust und Medien:
Rezension „Chicago" in Stuttgart

Untreue Ehefrau erschießt abtrünnigen Liebhaber, korrupte Gefängnisaufseherin manipuliert die Medien, durchtriebener Winkeladvokat lügt die Mörderin mit erfundener Story in die Freiheit. Weit hergeholt? Eigentlich nicht. Das Musical „Chicago" von John Kander (Musik), Fred Ebb (Liedtexte und Buch) und Bob Fosse (Buch und Original-Choreographie) basiert auf einem Theaterstück der amerikanischen Gerichtsreporterin Maurine Dallas Watkins, das wiederum zwei reale Gerichtsverfahren satirisch aufarbeitet. „Chicago" feierte im Jahr 1975 Weltpremiere, im Jahr 1996 gab es ein Broadway-Revival und 2002 wurde die filmische Umsetzung mit sechs Oscars ausgezeichnet. Nun wird das Publikum im Stuttgarter Palladium-Theater ins Chicago der 1920er Jahre versetzt.

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Sängerin Roxie Hart (Carien Keizer) landet nach dem Mord an ihrem Liebhaber im Knast. Dort ist Velma Kelly (Lana Gordon) der Star.

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Willkommen im Dschungel:
Rezension „Disneys Tarzan“ in Stuttgart

tarzan02Grüne Wildnis, undurchdringlich und geheimnisvoll. Vogelkreischen, der Klang ferner Trommeln, unbekannte Laute. Schon mit dem ersten Schritt in den Theatersaal meint man, die schwülwarme Luft des Dschungels zu atmen, fühlt sich versetzt in eine fremdartige Welt. Die Ränge sind blätterartig verkleidet, Lianen ranken an den Wänden bis weit in den Zuschauerraum hinein, dämmrig-grünes Licht bestimmt die Szenerie. Parallel wird mit der Projektion eines Schiffs bei hohem Seegang schon auf die Vorgeschichte eingestimmt. Je näher der Vorstellungsbeginn rückt, desto lauter wird das Ächzen des Schiffs, das vergebens versucht, dem Sturm zu trotzen. Die handschriftlichen Logbucheintragungen brechen ab, plötzlich ein heftiger Donnerschlag – und man ist im Stuttgarter Apollo Theater mitten im Geschehen des Musicals "Tarzan".

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Musikalisch top:
Konzert - Rezension „Rock & Romance“ in Ulm

Schwarze Limousinen rollen am 2. Oktober 2014 am Bühneneingang der Ratiopharm-Arena in Ulm vor. Auf zwei großen Leinwänden verfolgen die circa 3.500 Besucher in der Halle, wie sich die Autotüren öffnen und die Solisten der „Rock & Romance"-Benefizgala von Sicherheitspersonal in die Arena eskortiert werden. Der Einmarsch mitten durchs Publikum erinnert an Konzerte großer Rockbands oder Stargeiger. Auch das Aufgebot an Akteuren ist beeindruckend: eine 14-köpfige Band, ein großes Jugendorchester, fünf namhafte Gesangssolisten, Backgroundsängerinnen, zwei Moderatoren, gleich mehrere Musikalische Leiter und – last but not least – ein (Musical-)Komponist von Weltrang. Solch unterschiedliche Komponenten zu einem Gesamtkonzept zu verbinden, ist eine Herausforderung, der man musikalisch voll gerecht wurde. Im konzeptionellen Bereich hingegen bleibt noch Luft nach oben.

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Besondere Momente:
Rezension "Königsgala 2014" in Füssen

Ein unvergessener Bayernkönig, zwei charmante Gastgeber und fünf illustre Gäste, deren Namen allein schon für hohe Erwartungen sorgen: Sabrina Weckerlin, Thomas Borchert, Ethan Freeman, Patrick Stanke und Mark Seibert. Zu Beginn der fünften Königsgala im Festspielhaus Füssen - veranstaltet wie immer zu Ehren des Geburtstags von König Ludwig II. - versprachen Janet Chvatal und Marc Gremm eine „Perlenkette der schönsten Musicalmomente". Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieses Konzert war mehr als das. Es war ein Abend der ganz besonderen Momente, ein Abend voller Überraschungen, getragen von grandiosen Stimmen und geprägt von einer wunderbaren Stimmung.

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Nach dem Opener „Brennende Herzen" von Janet Chvatal und Marc Gremm aus deren gleichnamiger CD, stellen sich alle Künstler mit einem Solostück aus einer ihrer jeweiligen Hauptrollen vor.

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Gelungener Barrikadenkampf:
Rezension „Les Misérables" in Linz

Paris, Juni 1832: In der Bevölkerung wächst der Unmut, denn harte Arbeit für wenig Lohn bestimmt den Alltag der meisten Menschen. Als der volksnahe General Lamarque stirbt, wird der Trauerzug zu einer Demonstration gegen König Louis Phillippe. Republikanische Studenten liefern der Armee heftige Kämpfe, rote Flaggen flattern auf eilends errichteten Straßensperren. Doch schon am nächsten Tag färben sich die Barrikaden blutig rot.

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Vor diesem historischen Hintergrund spielt Victor Hugos Roman „Les Misérables", der Claude-Michel Schönberg (Musik) und Alain Boublil (Buch) als Vorlage für ihr gleichnamiges Musical diente, das seit seiner Uraufführung im Jahr 1980 weltweit um die 65 Millionen Zuschauer gesehen haben. Nun erlebt man am Landestheater Linz das Leben und Leiden, die heftigen Gefühle und hehren Ideale des Jean Valjean, seines lebenslangen Widersachers Javert, der unglücklichen Éponine, des Studentenführers Enjolras und aller anderen.

Matthias Davids' Inszenierung ist bewusst zurückhaltend und lässt dem Stück genügend Raum, sich in seiner ganzen Vielschichtigkeit zu entfalten.

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Ambitioniert:
Rezension „Anatevka“ in Leinfelden

Wer fünf Töchter hat und trotzdem von Reichtum träumt, muss schon sehr optimistisch sein. So wie der jüdische Milchmann Tevje, der im späten Russischen Kaiserreich um 1900 im Dörfchen Anatevka ein Leben getreu den alten Traditionen führt. Seine Zuversicht verliert er weder, als sich seine Töchter gegen die von ihm bestimmten Ehegatten auflehnen, noch als die politische Situation sein persönliches Leben unmittelbar beeinflusst und er mit seiner Familie und allen anderen Juden aus seiner Heimat vertrieben wird.

anatevka 04Aus Scholem Alejchems Roman „Tevje, der Milchmann" von 1894 schufen Joseph Stein (Buch), Sheldon Harnick (Liedtexte) und Jerry Bock (Musik) das Musical „Anatevka", das 1964 am Broadway uraufgeführt wurde. Der englische Originaltitel „Fiddler on the Roof" bezieht sich auf ein immer wiederkehrendes Motiv des jüdisch-russischen Malers Marc Chagall, in dessen Heimatstadt ein Geiger bei wichtigen Lebensereignissen aufspielte.

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Perfektes Ambiente:
Rezension „Grand Hotel" in Ettlingen

Ein kleiner Kosmos für sich: das Grand Hotel. Das Ambiente ist elegant, ja mondän. Menschen kommen und gehen. Sie geben sich geschäftig, sicher, selbstbewusst. Doch allmählich bekommen die sorgfältig aufrecht erhaltenen Fassaden Risse und es offenbart sich der Blick auf Lebenskrisen unterschiedlichster Art. Aus zufälligen Treffen werden schicksalhafte Begegnungen, teils mit unerwartet endgültigem Ausgang.

grandhotel 01Vicki Baum schrieb den 1929 veröffentlichten Roman „Menschen im Hotel", den sie selbst 1930 zu einem Theaterstück namens „Grand Hotel" adaptierte. 1932 folgte der oscarprämierte Film mit Greta Garbo, 1959 ein Remake mit Heinz Rühmann.

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Rasante Inszenierung:
Rezension „Tommy" in Pforzheim

„See me, feel me, touch me, heal me" sind Worte, die vermutlich so ziemlich jeder Rockfan kennt. Erdacht und musikalisch umgesetzt hat sie Pete Townshend, Gründungsmitglied und bis heute kreativer Kopf der britischen Rockband The Who, für das bereits 1969 erschienene Konzeptalbum „Tommy". Auch die 1978 bzw. 2002 verstorbenen Bandmitglieder Keith Moon und John Entwistle steuerten einige Songs bei. 1975 folgte der gleichnamige Film, aber bis ins Jahr 1993 sollte es dauern, bis das Stück mit Des McAnuff als weiterem Librettisten als Musical umgesetzt und am Broadway uraufgeführt wurde. Derzeit heißt es am Stadttheater Pforzheim „Come on the amazing Journey".

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Und fantastisch von der ersten bis zur letzten Minute ist Kai Hüsgens rasante Inszenierung der zugleich schrillen und beklemmenden Geschichte um einen schwer traumatisierten Jungen. „Du hast nichts gesehen" beschwört Mrs. Walker ihren 10-jährigen Sohn Tommy, als der völlig unerwartet aus dem Krieg heimgekehrte Captain Walker ihren Liebhaber umbringt.

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Beeindruckend:
Rezension „Frühlings Erwachen" in Heilbronn

Einfach ist es zu keiner Zeit, das Erwachsenwerden. Schule, Klavierlehrer, Eltern – alle haben große Erwartungen. Dabei ist man eigentlich schon genug damit beschäftigt, die wild hüpfenden Hormone unter Kontrolle zu halten. Wenn in dieser schwierigen Lebensphase kein Halt und keine Hilfe zu bekommen ist, können eigentlich lösbare Probleme ganz leicht eskalieren. Auch heute noch.

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Musik und Menschenrechte:
Rezension „Harry Belafonte Story" in Fellbach

Eine unverwechselbare Stimme, eine klare Botschaft - für beides ist Harry Belafonte seit vielen Jahren weltweit bekannt. In Gerold Theobalts Schauspiel mit Musik, das momentan unter dem Titel „Die Harry Belafonte Story" auf Tournee ist, agiert Ron Williams in der Titelrolle so überzeugend, dass man fast vergisst, dass gar nicht der echte Belafonte auf der Bühne steht.

harrybelafontestory 01Ort des Geschehens ist ein Café, in dem Steve, ein jugendlicher Rapper in Baggy Pants, gerade vorsingt. Der Besitzer Charly Duke reagiert gelangweilt, Bardame Angel und Pianist Jeff wirken ebenfalls nicht gerade euphorisch. Da tritt Harry Belafonte durch die Tür.

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Musikalisches Experiment:
Rezension „Ein Sommernachtstraum" in Karlsruhe

Als wäre die Liebe per se nicht schon kompliziert genug. Nein, da mischt sich auch noch Kobold Puck ein. Im Auftrag des Elfenkönigs Oberon schleicht er durch den nächtlichen Zauberwald und erwischt mit seinen Liebestropfen prompt den Falschen. Was folgt sind verwirrende Begierden und ein Aufruhr der Gefühle, denen das Publikum im Badischen Staatstheater Karlsruhe teils ebenfalls verwirrt, teils höchst belustigt folgt.

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Musical-Mainstream ist es beileibe nicht, was Musiker, Schauspieler und Kreative der Karlsruher Inszenierung geschaffen haben.

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Amüsant:
Rezension „Victor / Victoria" in Stuttgart

„Soll was genial sein, muss es banal sein" meint Nachtclubsänger Caroll Todd, genannt Toddy. Seine Idee: Um endlich wieder ein Engagement zu ergattern, soll sich die arbeitslose Sängerin Victoria Grant als Graf Victor Grazinski ausgeben, einen in Paris völlig unbekannten, in seiner polnischen Heimat aber höchst erfolgreichen Travestiekünstler. Eine Frau, die einen Mann spielt, der eine Frau spielt? Victoria ist skeptisch. Aber die Täuschung ist perfekt und schon ihr erster Auftritt wird zum durchschlagenden Erfolg. Als Graf Victor genießt sie fortan das Leben als „Schwarm von Paris". Das geht solange gut, bis der coole Gangsterboss King Marchan in ihr Leben tritt, der sich zu seinem hellen Entsetzen von Victor angezogen fühlt.

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Fröhliche Weihnacht:
Rezension "Adventskonzert" in Besigheim

adventskonzert01„..dann kommt der Roland und wir sind fröhlich". Gastsolist Uli Scherbel bringt es auf den Punkt: Vergnügte Weihnachtsstimmung herrscht in der ausverkauften Alten Kelter in Besigheim beim Adventskonzert des Kreisjugend-Orchesters Ludwigsburg (KJO). Unter Leitung des „stattlichen Stadtmusikdirektors Roland Haug" präsentieren die 67 jungen Musikerinnen und Musiker dieses weit über die Region hinaus bekannten Auswahlorchesters Instrumentalstücke, Weihnachtslieder und Musicalmelodien.

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Charakterstudie:
Rezension „Sunset Boulevard" in Pforzheim

sunset 0110086, Sunset Boulevard: eine richtig gute Adresse. Zumindest auf den ersten Blick.

Doch sieht man genauer hin, wirkt alles verlassen: Efeu überwuchert die Fassade, ein Isotta Fraschini steht abgedeckt in der Garage. Zufällig gerät der erfolg- und mittellose Drehbuchautor Joe Gillis auf dieses Anwesen, auf dem Stummfilmdiva Norma Desmond residiert. Verzweifelt hält sie an den alten Zeiten fest, lebt in Erinnerung an ihre Glanzrollen und glaubt, dass eine treue Fangemeinde auf ihr Comeback wartet.

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Eher blutarm:
Rezension „Dracula" in Röttingen

 „In" wie eh und je und jetzt auch draußen angekommen: Graf Dracula und sein Gefolge saugen Blut bei den Frankenfestspielen in Röttingen. Der Künstlerische Leiter Sascha Oliver Bauer inszeniert zum 30-jährigen Bestehen der jüngst umbenannten Spielstätte die erste deutsche Freilichtaufführung des Wildhorn-Musicals „Dracula". Womöglich finden sich die Vampire und ihre Jäger in den ungewohnten Gefilden noch nicht richtig zurecht, denn in Röttingen gerät die Umsetzung trotz guter Einfälle und bekannter Namen in der Darstellerriege in weiten Teilen recht blass und blutarm.

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Die Geschichte um den faszinierenden Untoten, der echte Gefühle für Mina Murray entwickelt und schließlich durch ihre Hand die ersehnte Erlösung findet, verbindet sich mit Frank Wildhorns eingängigen Melodien zu einem Musical voller Spannung und Energie. In Röttingen wird - abgesehen von „Nebel und Nacht" und „Die Einladung" - die poetisch anmutende, neue Übersetzung verwendet, die Herwig Thelen 2007 für die Grazer Aufführung erarbeitet hat. Zusammen mit dem romantischen Ambiente im kleinen Burghof der Burg Brattenstein eigentlich beste Voraussetzungen.

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Mörderisch gut:
Rezension „Sweeney Todd" in Ettlingen

Heiß und lecker, frisch aus dem Backofen. Pasteten, gefüllt mit Huhn oder Rind. Oder Katze. Oder mit Ingredienzien, die Mrs. Lovett aus gutem Grund vor den Gästen in ihrem Pastetenladen geheim hält. Das Publikum ist jedoch dank der moritatenähnlichen Rückblenden im Mörder-Musical „Sweeney Todd" von Beginn an im Bilde, wird zum Mitwisser und schwankt fortan zwischen Mitleid und Schadenfreude, zwischen Grausen und Gelächter. Bei den Ettlinger Schlossfestspielen entfaltet das Werk von Stephen Sondheim (Musik und Liedtexte) und Hugh Wheeler (Buch) unter Regie von Udo Schürmer seine ganze unheilvolle Faszination und überzeugt mit brillanten Darstellern und perfekter musikalischer Umsetzung.

sweeneytodd05England im 19. Jahrhundert: Der nach außen hin ehrfurchtgebietende Richter Turpin ist in Wahrheit ein übler Bursche.

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Ein Muss:
Rezension „Show Boat" in Bad Hersfeld

Flirrende Hitze. Die Luft so drückend, dass man kaum atmen kann. Unbarmherzig brennt die Sonne auf... nein, nicht auf die Baumwollfelder am Mississippi. Obwohl man am Premierenabend in Bad Hersfeld nicht nur wegen des subtropischen Klimas denken könnte, der „Old Man River" fließe gleich hinter der Stiftsruine vorbei. Unter der Regie von Melissa King zeigt die grandiose Cast eine packende Umsetzung des Musicalklassikers „Show Boat".

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Nichts von ihrer Aktualität verloren haben die Themen, die Jerome Kern (Musik) und Oscar Hammerstein II (Buch und Liedtexte) schon im Jahr 1927 in „Show Boat" verarbeiten: Es geht um Willkür und Rassendiskriminierung, gescheiterte Beziehungen und den teils ernüchternden Blick hinter die Kulissen des Showgeschäfts. Aber es geht auch um Hoffnung, Freundschaft und große Gefühle.

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Ganz nah dabei:
Konzert - Rezension "Spürbar" in Pforzheim

spuerbar01Er ist der Erste, der sich am 25. Mai 2013 im Theater Pforzheim über wahre Begeisterungsstürme freuen darf: Wolf Widder. Der "Dracula"-Regisseur verrät den "Champions-League-Flüchtlingen", dass der untote Blutsauger im Herbst wieder sein Unwesen in Pforzheim treiben wird. Einen besseren Startschuss für das zweite "Spürbar"-Konzert mit fünf Hauptakteuren des Stücks kann es kaum geben. Neben Yvonne Luithlen, Femke Soetenga und Chris Murray kann jetzt auch der beim ersten Termin erkrankte Thomas Christ die Kamera wieder gegen das Mikrofon eintauschen. Jon Geoffrey Goldsworthy vervollständigt die erstklassige Künstlerriege.

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Wenig Musical, viel Gala:
Rezension "Musicalgala 2013" in Ludwigsburg

Eine reine Musicalgala war es trotz der so lautenden Ankündigung nicht, was am 10. Mai 2013 auf die Bühne des Ludwigsburger Forums gebracht wurde. Nicht einmal die Hälfte der ausgewählten Titel gehörten zum Musicalgenre. Die vier renommierten Solisten Kaatje Dierks, Kristin Hölck, Kasper Holmboe und Kevin Tarte und das hervorragend aufspielende Kreisjugendorchester Ludwigsburg (KJO) unter Leitung von Stadtmusikdirektor Roland Haug überzeugten jedoch auch mit Pop, Filmmusik und Instrumentalstücken.

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Der instrumentale Einstieg in das ca. zweieinhalbstündige Programm ist passend gewählt:

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Novum mit Potenzial:
Rezension „Die Legende des ...liebes Rot-Flüh" in Haldensee

Ein sagenumwobener Berg, ein junger Held, große Träume - und ein Hotel. Daraus konzipierten Marc Gremm (Produktionsleitung) und Janet Chvatal (Buch und Regie) das ungewöhnliche Musicalprojekt „Die Legende des ...liebes Rot-Flüh", das künstlerischen Anspruch mit werblichen Zwecken verbinden möchte. Kann das funktionieren?

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Schauplatz ist Tirol. Der Legende nach wacht ein gerechter Berggeist über das Tannheimer Tal. Er ist es, der die zerstrittenen, boshaften Schwestern als Buße für ihre Charakterlosigkeit verwandelt: die blinde Bea in eine Nixe, die rothaarige Lea in einen Drachen, der auf dem Berg Rote Flüh einen Goldschatz bewacht, den - jetzt kommt die Realität ins Spiel - der junge Bruno Huber dem Ungeheuer entreißt. Mit dem Gold kann er nicht nur seine angebetete Renate heiraten, sondern mit ihr gemeinsam sein Schloss, also das Hotel ...liebes Rot-Flüh, errichten. Nach Brunos frühem Tod führen Renate und später Tochter Sonja das Hotel weiter. Im Lauf der Jahre bauen sie den einfachen Gasthof zum heutigen 5-Sterne-Hotel aus, das nun also sogar mit einem eigenen, knapp einstündigen Musical aufwarten kann.

Dabei gibt es weder Bühne noch Bühnenbild.

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Bizarre Märchenwelt:
Rezension „Alice" in Karlsruhe

alice 01„Kopf ab!". So lautet die ungewöhnliche Begrüßung beim Betreten des Kleinen Saals im Badischen Staatstheater Karlsruhe beim Musical „Alice". Inmitten der Betriebsamkeit von rund 300 Besuchern auf der Suche nach der richtigen Reihe, ertönt wiederholt auch die freundliche Frage „Wie wär's mit einem Ei?". Schließlich nimmt man im Zuschauerraum vier Personen wahr, die ihre Gesichter hinter großen Masken verbergen und offensichtlich diese obskuren Worte von sich geben. Auf der Bühne nehmen derweil vier Altar-Boys in einer Art Schuluniform mit weißen Kniestrümpfen vor einer Spiegelwand verschiedene Positionen ein. Links blinken Leuchtbuchstaben, an der Decke baumelt ein Metallbett. Und schon befindet man sich noch vor dem eigentlichen Beginn inmitten der verwirrenden Welt von Alice, die sich ihren Weg durchs Wunderland bahnt.

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Intensives Musikerlebnis:
Konzert - Rezension „Christian A. Müller - Heroes“ in Chemnitz

Überall findet man sie, in Märchen und in Musicals, in Romanen und auch in der Realität. Mal draufgängerisch und selbstbewusst, mal zurückhaltend und bescheiden: „Heroes“, Helden. Das Thema eröffnet eine breite Palette an musikalischen und interpretatorischen Möglichkeiten und ist gut gewählt für die erste Veranstaltung von Heartmade Productions, der von Christian Alexander Müller zusammen mit Nadine Wagner gegründeten Produktionsfirma.

heroes01Mit einem gelungenen Einfall beginnt das Konzert in der Markuskirche Chemnitz:

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Sensationeller Blutrausch:
Rezension "Dracula" in Pforzheim

Transsylvanien ist nicht England – aber Pforzheim kommt dem geheimnisumwitterten Landstrich, in dem der mysteriöse Graf Dracula sein Unwesen treibt, schon sehr nahe. Im ausverkauften Theater Pforzheim erlebten rund 500 Besucher die Silvesterpremiere von Frank Wildhorns Musical „Dracula" und feierten die grandiosen Akteure mit minutenlangen stehenden Ovationen.

dracula01Inspiriert von der historischen Gestalt des despotischen Herrschers Vlad III Drăculea schuf der irische Schriftsteller Bram Stoker 1897 mit Dracula einen Briefroman, der inzwischen als Klassiker der Weltliteratur für unzählige Filme und Bühnenstücke als Basis diente. Auch Frank Wildhorn (Musik) sowie Don Black und Christopher Hampton (Buch/Songtexte) nahmen sich des Stoffes an.

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Beste Unterhaltung:
Rezension „Kiss me, Kate" in Stuttgart

An sich eine unmissverständliche Aufforderung: „Kiss me, Kate". Das Käthchen jedoch ist wie gewohnt widerspenstig bis zum Schluss, dann erst darf sich das Publikum im Alten Schauspielhaus in Stuttgart über das Happy-End freuen.

Schon beim Betreten des Theaters fühlt sich der Besucher ins Ford Theatre versetzt. Ein Vorhang kündigt ‚The Taming of the Shrew' mit Lilli Vanessi als Katharina unter der Regie von Fred Graham an, dessen Konterfei verblüffend gut karikiert und als Hauptdarsteller Adrian Becker erkennbar ist. Auch der unvermeidliche Hinweis auf das Fotografierverbot ist ganz auf Baltimore abgestimmt. So wird das Stuttgarter Publikum gleichsam Teil des Stücks im Stück, was in diesem kleinen, fast intimen Theatersaal hervorragend funktioniert.

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In der musikalischen Komödie von Samuel und Bella Spewack mit der Musik und den Liedtexten von Cole Porter, führt Fred Grahams Theatergruppe „Der Widerspenstigen Zähmung" auf. Fred übernimmt selbst die Hauptrolle und gibt den Petruchio. Außerdem hat er sowohl Exfrau Lilli als renitentes Käthchen, als auch seine aktuelle Flamme Lois Lane als deren brave Schwester Bianca engagiert. Obwohl inzwischen anderweitig liiert, scheinen da noch Gefühle zu sein.

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Empfehlenswert mit Abstrichen:
Rezension „Aida" in Ettlingen

Ganz einfach ist es nicht, sich vom verregneten Ettlingen im Juli des Jahres 2012 unter die heiße Sonne Ägyptens in die Zeit der Pharaonen zu denken. Liegt es daran, dass es der Ettlinger "Aida"-Produktion erst im Lauf des zweiten Aktes gelingt, die Handlung atmosphärisch zu verdichten und Stimmung aufkommen zu lassen? Im Ettlinger Schlosshof erleben die Zuschauer eine Inszenierung mit Licht- und Schattenseiten.

aida 02Helden, große Gefühle und eine Liebe ohne Chance. Basierend auf Giuseppe Verdis gleichnamiger Oper haben Elton John (Musik) und Tim Rice (Liedtexte) ein Musical geschaffen, dessen Stoff eigentlich der Garant für einen spannenden Abend ist:

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Lohnenswert:
Rezension „Joseph" in Leinfelden-Echterdingen

Nicht immer braucht es die große Bühne, um großartiges Musical zu machen. Was die ambitionierten Laiendarsteller im Theater unter den Kuppeln in Leinfelden-Echterdingen in der aktuellen „Joseph"-Inszenierung auf die Bühne bringen ist so gut, dass die Akteure den Vergleich mit so manch professioneller Produktion nicht zu scheuen brauchen.

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Den ernsten Kern des Musicals „Joseph" – die Geschichte um Missgunst, Verrat und Verzeihen, basierend auf der Josephs-Erzählung aus dem Alten Testament – verpacken Andrew Lloyd Webber (Musik) und Tim Rice (Text) in ein fast durchkomponiertes temporeiches Werk, in dem sich bissig-ironische Texte mit einfühlsamen Balladen abwechseln. Von Anfang an springt der Funke über und die Besucher im Theater unter den Kuppeln lauschen ebenso fasziniert wie auf der Bühne die Schulkinder, denen die Erzählerin die eigentliche Geschichte vorträgt:

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Frische Arrangements:
Rezension "Musicalgala 2012" in Ludwigsburg

Wer zum ersten Mal die Musicalgala im Forum Ludwigsburg besuchte, hatte am 5. Mai 2012 vermutlich ein echtes Vorher-Nachher-Erlebnis. Blasmusik, gilt sie doch gemeinhin als antiquiert, langweilig und allenfalls in Bierzeltlaune erträglich, wird dank der herausragenden Leistung des Kreisjugend-Orchesters (KJO) Ludwigsburg unter Leitung von Roland Haug in neue Klangdimensionen erhoben und lässt Musicalsongs einmal ganz anders klingen. Zusammen mit den profilierten Musicalsängern Kevin Tarte, Uli Scherbel und Andreas Lichtenberger bringen die jungen Musikerinnen und Musiker ein vielseitiges Programm mit hohem musikalischem Anspruch auf die Bühne, dem auch die kleinen konzeptionellen Schwächen keinen Abbruch tun.

Nach dem instrumentalen Intro „Consolat de Mar“ des spanischen Komponisten Ferrer Ferran betritt zu den ersten Tönen von „Sei hier Gast“ Uli Scherbel die Bühne. Wunderbar stilgerecht gibt er mit französischem Akzent den sprechenden Kerzenständer Lumière aus Disneys „Die Schöne und das Biest“ und gewinnt sofort die Herzen des Publikums. Genauso wie Andreas Lichtenberger ist Uli Scherbels erstmals zu Gast in Ludwigsburg, während Kevin Tarte schon zur Stammbesetzung zählt und mit entsprechendem Jubel begrüßt wird.

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Perfekte Symbiose:
Konzert - Rezension „Klangbilder“ in Füssen

„Eigentlich war eine Vernissage geplant“, so Peter Samer, Fotograf und Initiator der „Klangbilder“-Gala am 17. März 2012 im Festspielhaus Füssen. Aber „bloß nicht die üblichen Ansprachen, Häppchen und belanglosen Reden“. „Mein Wunsch war“, so der Füssener Fotograf weiter, „dass sich das Publikum auf die Emotionen einlässt, die Fotografie auslösen kann. Musik verstärkt Emotionen – was also lag näher, als „Klang“ und „Bilder“ zu vereinen?“ So entstand unter der künstlerischen Leitung von Janet Chvatal das Konzept für eine Gala, die ausdrucksstarke Fotografien mit gesanglichen Meisterleistungen zu einem wahrhaft außergewöhnlichen Erlebnis für Auge und Ohr verschmelzen ließ.

klangbilder 02Los geht es in der Heimat: Aus Allgäuer Bergwiesen lachen Mädchen von der 10 x 22 Meter großen Leinwand.

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Zeitreise in die 1950er:
Rezension „Blue Jeans" in Stuttgart

Aus den rebellischen Teenies der 1950er Jahre sind Großeltern geworden, doch der Liebe zu Blue Jeans tut das keinen Abbruch. Wobei inzwischen weniger das heute salonfähige Kleidungsstück als die spritzige Inszenierung dieser musikalischen 50er-Jahre-Revue von Jürg Burth und Ulf Dietrich im Alten Schauspielhaus Stuttgart für Begeisterung bei Jung und Alt sorgt.

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Frank, Sohn des Baustadtrates Karsuntke und seiner Ehefrau Hannelore, soll Lisa, Tochter des Unternehmerehepaares Neumann zum Altar führen. Jedenfalls ist das Wunsch und Wille der ehrgeizigen Väter, die sich nur zu gerne an den offensichtlichen Vorteilen einer solch standesgemäßen Verbindung erfreuen möchten. Der Plan scheint perfekt – bis der blau behoste Automechaniker Tom der hübschen Lisa den Kopf verdreht. Und dann weicht auch noch Frank vom Pfad der Tugend ab.

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Fulminantes Konzert:
Konzert - Rezension "Musicalballads unplugged" Mark Seibert

Am 17. September 2011 präsentierte Mark Seibert erstmals sein Soloprogramm „Musicalballads unplugged" in Filderstadt. In dem mit ca. 500 Zuschauern fast ausverkauften Großen Saal der Filharmonie erlebten die Besucher ein musikalisches Event, bei dem eigentlich nur der Titel nicht ganz passte. Denn abseits der ausgetretenen Pfade vieler Musicalgalas bot ein stimmlich hervorragender Mark Seibert einen gelungenen Mix aus den unterschiedlichsten Genres von Rock und Pop über Musicals bis hin zur Filmmusik. Ein Konzert, in dem man wenig Übliches, dafür um so mehr Besonderes zu hören bekam.

Der Opener „You'll be in my Heart" aus Disneys "Tarzan", mit dem auch die ebenfalls „Musicalballads unplugged" titulierte Solo-CD des Künstlers beginnt, sollte eine der wenigen bekannten, klassischen Musicalballaden bleiben.

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